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DER VEREIN - Historisches |
Die
Geschichte
des
Faustballspiels im MTV Diepenau
Die Anfänge des Faustballspiels
in Diepenau gehen bis in die 20er Jahre zurück. Schon damals wurde das
Spiel mit dem Ball über die Leine in das Programm des MTV aufgenommen.
Es war eine große Bereicherung, vor allen Dingen in den Sommermonaten,
wo das Geräteturnen im heißen Saal doch sehr beschwerlich war.
Schnell hatte sich eine Anzahl
junger Turner mit dem
Faustballspiel angefreundet, aber es wurde unter schwierigen Bedingungen
gespielt. Es gab keine Pfosten und Leinen. Holzpfosten wurden eingegraben und
Bindfäden der Dreschmaschine zweckentfremdet.
Es gab keinen Abkreidewagen,
mit der Hand wurde das Spielfeld abgestreut. Der Rasen war uneben und
holprig, die Bälle sprangen selten dahin wo sie sollten.
Trotzdem wurde gespielt und das
Faustballspiel breitete sich immer mehr aus. Auch in den Nachbarvereinen wurde
damit begonnen. Die ersten Wettspiele erfreuten sich großer Beliebtheit in der
Bevölkerung. Aus diesen Anfängen
entstand dann auch die Spiele um das Faustballbanner (Bannerspiele). Es wurde
jedes Jahr neu ausgspielt. Diese
Bannerspiele sind der Grundstein für
das heutige „Dreiländerturnier“, welches alljährlich am 1. Mai zwischen
den Vereinen MTV Nordel, TCV Essern
und dem MTV Diepenau ausgetragen wird. Heute ist es nicht mehr wegzudenken.
Der 2. Weltkrieg stoppte dann alle
Aktivitäten auf diesem Gebiet. Viele aktive Turner und Spieler kehrten nicht
mehr von der Front zurück, sie fehlten fortan in den Vereinen sehr.
Doch es fanden sich wieder Menschen, Alte wie Junge, die den
Verein zu neuen Leben erweckten und schon bald pulsierte das sportliche
Geschehen wieder. War es anfangs auch das Geräteturnen, welches wieder erblühte,
so wurde doch bald das beliebte Faustballspiel wieder in den Trainingsbetrieb
aufgenommen. Schon sehr bald
entstand eine neue, schlagkräftige und erfolgreiche Mannschaft. Es war die
erste Mannschaft im Turnkreis Nienburg mit Wilhelm Drewes, Friedolf Schafmeier,
Heinz Hlawatscheck, Walter Opitz, Peter Plewe, Otto Schniering, Willi Eisberg
Ewald Neitz und Wolfgang Buchholz. Diese Spieler führten den Faustballsport in
unserer Region in ungeahnte Höhen. Zu unseren Nachbarkreisen wurden
neue Verbindungen geknüpft: nach Bünde, Minden, Herford, Sulingen,
Neustadt, Hameln, Lüneburg, Osnabrück, Braunschweig, Berlin und Hannover. Der
Faustballsport boomte und das Spielniveau stieg von Jahr zu Jahr. Doch es gab
auch große Schwierigkeiten für
die Mannschaft. Keiner von uns kannte das sogenannte Leinenspiel und darum
wurden wir von den guten Stadtmannschaften anfangs regelrecht vorgeführt. Wir
mussten einen generellen Lernprozeß und Neuanfang durchmachen, danach konnten
wir mit anderen guten Mannschaften mithalten.
Um diesen Leistungsstand zu halten,
bedurfte es Training und nochmals Training und
dazu gehörte Zeit, die uns damals fehlte. Wir standen alle im
Berufsleben, konnten nur am Abend trainieren und das auch nur kurze Zeit, denn
bei anbrechender Dunkelheit war kein richtiges Training mehr möglich. Uns kam
der Gedanke zum Bau einer Flutlichtanlage.
Es fehlte nur das nötige Geld für die Finanzierung des Planes. Zuschüsse
gab es damals fast keine. So war es ein fast unmöglich erscheinendes Vorhaben.
Auf der Jahreshauptversammlung im
Jahre 1970, der neue Vorsitzende des MTV Diepenau war jetzt Willi Eisberg, wurde
der Beschluß gefasst, eine Flutlichtanlage auf dem Sportplatz Amtsholz in
Diepenau zu erstellen.
Ein wahrhaft mutiger Beschluß.
Ein Spieler
unserer 1. Faustballmannschaft, unser unvergessener Heinz Hlawatscheck,
ein Mann, der mit Leib und Seele bei seinem Sport war, unterstützte den Verein
mit einem zinslosen Darlehn in Höhe
von 5.000 DM. Ohne diese
finanzielle Hilfe wäre es nicht möglich gewesen, den Plan umzusetzen. Eine
Spendenaktion in der Versammlung erbrachte spontan die Summe von
1.410 DM. Die Kosten beliefen sich jedoch auf über 10.000 DM. Auch der
Kreissportbund erklärte sich nun bereit, einen Zuschuß zu gewähren. Trotzdem
musste noch ein weiteres Darlehn aufgenommen werden.
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Nach einem wohl formulierten Antrag
an den Rat der Gemeinde, übernahm sie den Zins und Kapitaldienst für 10 Jahre.
Die Anlage bestand und besteht auch heute noch aus 2 Stahlrohrmasten mit einer Höhe
von 16 Metern. Mit 8 Strahler je
1500 Watt Leistung wurden 2 Spielfelder ausgeleuchtet. Am 17. Oktober 1970
erfolgte die offizielle Einweihung der neuen Flutlichtanlage. Es war
gleichzeitig das erste Faustballturnier unter Flutlicht in Niedersachsen. Neun
Mannschaften nahmen daran teil. Es siegte der TV Lohnde vor 1874 Hannover und
dem MTV Diepenau. Inzwischen wurde 1993 die elektrische Anlage generalüberholt
und wesentlich verbessert. Neue, wasserdichte leistungsstärkere Strahler sorgen
für eine optimale Ausleuchtung von 3 Spielfeldern.
Inzwischen sind 32 Jahre ins Land gegangen und das Flutlicht
– Turnier zählt zu den größten Turnieren im norddeutschen Raum. Viele
Mannschaften aus ganz Deutschland waren
bei uns zu Gast. Darunter Spieler von Deutschen Meistern und Weltmeistern, alle
waren gerne in Diepenau und kommen gerne wieder.
Für unseren Verein hat der Bau der Flutlichtanlage einen ganz großen Anteil am enormen Aufschwung des Faustballspiels bei uns und den großen Erfolgen unserer Mannschaften. Erfolge, wie die Erringung der Deutschen Meisterschaft der Schüler, Spiel und Meisterschaft in der Verbandsliga und Niedersachsenliga der Frauen wie auch der Männer, Landes- und
Norddeutsche Meisterschaften der Jugend und Schüler bestätigen es. Spieler und Spielerinnen wurden in Landes- bzw. Bundesauswahlmannschaften berufen.
Nur so war auch der Aufstieg der Männermannschaft
in die höchste Klasse (1.Bundesliga Nord) möglich, wo sie nun schon einige
Jahre mitspielt.
Als erstmals eine Faustballmannschaft zur Mannschaft des
Jahres 2001 (siehe "Faustball")
gewählt wurde, hat sich gezeigt, dass auch eine „Randsportart“
an Akzeptanz dazu gewonnen hat.
Faustball, einstmals als
Ausgleichssport gedacht, hat sich heute zum reinen Leistungssport entwickelt. Er
verlangt von den Spielern ein Höchstmaß an Konzentration, Schnelligkeit,
Ballgefühl, Sprungkraft und Reaktion, ein Spiel mit hohen technischen
Anforderungen und unbedingtem Einsatzwillen aller Spieler.
Dieser Rückblick soll zeigen, wie
richtig und wichtig der damalige Beschluss des Vorstandes
und der Mitglieder des MTV Diepenau war, diese Anlage zu erstellen. Er
war in der Zeit sehr mutig und riskant, aber er war auch wegweisend für die
Zukunft bis auf den heutigen Tag.