Männer-Turnverein Niedersachsen Diepenau e.V. von 1912

 

Geschichte des Faustballs in Diepenau

Die Geschichte  des Faustballspiels im MTV Diepenau


Die Anfänge des Faustballspiels  in Diepenau gehen bis in die 20er Jahre zurück. Schon damals wurde das Spiel mit dem Ball über die Leine in das Programm des MTV aufgenommen.  Es war eine große Bereicherung, vor allen Dingen in den Sommermonaten, wo das Geräteturnen im heißen Saal doch sehr beschwerlich war.

Schnell hatte sich eine Anzahl junger   Turner mit dem Faustballspiel angefreundet, aber es wurde unter schwierigen Bedingungen gespielt. Es gab keine Pfosten und Leinen. Holzpfosten wurden eingegraben und Bindfäden der Dreschmaschine zweckentfremdet.

Es gab keinen Abkreidewagen,  mit der Hand wurde das Spielfeld abgestreut. Der Rasen war uneben und holprig, die Bälle sprangen selten dahin wo sie sollten.

Artikel Stolzenauer WochenblattBild vergrößernStolzenauer Wochenblatt 8.12.1931© MTV DiepenauTrotzdem wurde gespielt und das Faustballspiel breitete sich immer mehr aus. Auch in den Nachbarvereinen wurde damit begonnen. Die ersten Wettspiele erfreuten sich großer Beliebtheit in der Bevölkerung.  Aus diesen Anfängen entstand dann auch die Spiele um das Faustballbanner (Bannerspiele). Es wurde jedes Jahr neu ausgspielt.  Diese Bannerspiele sind der Grundstein  für das heutige „Dreiländerturnier", welches alljährlich am 1. Mai zwischen den Vereinen  MTV Nordel, TCV Essern und dem MTV Diepenau ausgetragen wird. Heute ist es nicht mehr wegzudenken.

Der 2. Weltkrieg stoppte dann alle Aktivitäten auf diesem Gebiet. Viele aktive Turner und Spieler kehrten nicht mehr von der Front zurück, sie fehlten fortan in den Vereinen sehr.

Doch es fanden sich wieder Menschen, Alte wie Junge, die den Verein zu neuen Leben erweckten und schon bald pulsierte das sportliche Geschehen wieder. War es anfangs auch das Geräteturnen, welches wieder erblühte, so wurde doch bald das beliebte Faustballspiel wieder in den Trainingsbetrieb aufgenommen. Schon sehr  bald entstand eine neue, schlagkräftige und erfolgreiche Mannschaft. Es war die erste Mannschaft im Turnkreis Nienburg mit Wilhelm Drewes, Friedolf Schafmeier, Heinz Hlawatscheck, Walter Opitz, Peter Plewe, Otto Schniering, Willi Eisberg Ewald Neitz und Wolfgang Buchholz. Diese Spieler führten den Faustballsport in unserer Region in ungeahnte Höhen. Zu unseren Nachbarkreisen wurden  neue Verbindungen geknüpft: nach Bünde, Minden, Herford, Sulingen, Neustadt, Hameln, Lüneburg, Osnabrück, Braunschweig, Berlin und Hannover. Der Faustballsport boomte und das Spielniveau stieg von Jahr zu Jahr. Doch es gab auch große Schwierigkeiten  für die Mannschaft. Keiner von uns kannte das sogenannte Leinenspiel und darum wurden wir von den guten Stadtmannschaften anfangs regelrecht vorgeführt. Wir mussten einen generellen Lernprozeß und Neuanfang durchmachen, danach konnten wir mit anderen guten Mannschaften mithalten.

Um diesen Leistungsstand zu halten, bedurfte es Training und nochmals Training und  dazu gehörte Zeit, die uns damals fehlte. Wir standen alle im Berufsleben, konnten nur am Abend trainieren und das auch nur kurze Zeit, denn bei anbrechender Dunkelheit war kein richtiges Training mehr möglich. Uns kam der Gedanke zum Bau einer Flutlichtanlage.  Es fehlte nur das nötige Geld für die Finanzierung des Planes. Zuschüsse gab es damals fast keine. So war es ein fast unmöglich erscheinendes Vorhaben.

Auf der Jahreshauptversammlung im Jahre 1970, der neue Vorsitzende des MTV Diepenau war jetzt Willi Eisberg, wurde der Beschluß gefasst, eine Flutlichtanlage auf dem Sportplatz Amtsholz in Diepenau zu erstellen.

Ein wahrhaft mutiger Beschluß.

Ein Spieler  unserer 1. Faustballmannschaft, unser unvergessener Heinz Hlawatscheck, ein Mann, der mit Leib und Seele bei seinem Sport war, unterstützte den Verein mit einem zinslosen Darlehn  in Höhe von 5.000 DM.  Ohne diese finanzielle Hilfe wäre es nicht möglich gewesen, den Plan umzusetzen. Eine Spendenaktion in der Versammlung erbrachte spontan die Summe von  1.410 DM. Die Kosten beliefen sich jedoch auf über 10.000 DM. Auch der Kreissportbund erklärte sich nun bereit, einen Zuschuß zu gewähren. Trotzdem musste noch ein weiteres Darlehn aufgenommen werden.

Artikel NiedersachsenturnerNach einem wohl formulierten Antrag an den Rat der Gemeinde, übernahm sie den Zins und Kapitaldienst für 10 Jahre. Die Anlage bestand und besteht auch heute noch aus 2 Stahlrohrmasten mit einer Höhe von 16 Metern. Mit 8 Strahler  je 1500 Watt Leistung wurden 2 Spielfelder ausgeleuchtet. Am 17. Oktober 1970 erfolgte die offizielle Einweihung der neuen Flutlichtanlage. Es war gleichzeitig das erste Faustballturnier unter Flutlicht in Niedersachsen. Neun Mannschaften nahmen daran teil. Es siegte der TV Lohnde vor 1874 Hannover und dem MTV Diepenau. Inzwischen wurde 1993 die elektrische Anlage generalüberholt und wesentlich verbessert. Neue, wasserdichte leistungsstärkere Strahler sorgen für eine optimale Ausleuchtung von 3 Spielfeldern.

FlutlichtmastenDie Flutlichtmasten sind 16 Meter hoch und seit 1993 mit insgesamt 8 Metallhalogendampflampen mit je 2000 Watt ausgerüstet. Es wird eine Lichtausbeute von 95 Lm/W und eine mittlere  Beleuchtungsstärke von 80 Lux erreicht, bei einer Leistungsaufnahme der Anlage von 16 KW.

Inzwischen sind 32 Jahre ins Land gegangen und das Flutlicht - Turnier zählt zu den größten Turnieren im norddeutschen Raum. Viele Mannschaften aus ganz Deutschland  waren bei uns zu Gast. Darunter Spieler von Deutschen Meistern und Weltmeistern, alle waren gerne in Diepenau und kommen gerne wieder.

Für unseren Verein hat der Bau der Flutlichtanlage einen ganz großen Anteil am enormen Aufschwung des Faustballspiels bei uns und den großen Erfolgen unserer Mannschaften. Erfolge, wie die Erringung der Deutschen Meisterschaft der Schüler, Spiel und Meisterschaft in der Verbandsliga und Niedersachsenliga der Frauen wie auch der Männer, Landes- und

Norddeutsche Meisterschaften der Jugend und Schüler  bestätigen es. Spieler  und Spielerinnen wurden in Landes- bzw. Bundesauswahlmannschaften berufen.

Nur so war auch der Aufstieg der Männermannschaft in die höchste Klasse (1.Bundesliga Nord) möglich. Dies Klasse konnte jedoch nicht durchgängig gehalten werden. Zur Zeit spielt die 1. Herrenmannschaft in der 2. Bundesliga.

Als erstmals eine Faustballmannschaft zur Mannschaft des Jahres 2001 (siehe "Faustball") gewählt wurde, hat sich gezeigt, dass auch eine „Randsportart" an Akzeptanz dazu gewonnen hat.

Faustball, einstmals als Ausgleichssport gedacht, hat sich heute zum reinen Leistungssport entwickelt. Er verlangt von den Spielern ein Höchstmaß an Konzentration, Schnelligkeit, Ballgefühl, Sprungkraft und Reaktion, ein Spiel mit hohen technischen Anforderungen und unbedingtem Einsatzwillen aller Spieler.

Dieser Rückblick soll zeigen, wie richtig und wichtig der damalige Beschluss des Vorstandes  und der Mitglieder des MTV Diepenau war, diese Anlage zu erstellen. Er war in der Zeit sehr mutig und riskant, aber er war auch wegweisend für die Zukunft bis auf den heutigen Tag.


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