AKTUELLES - 21.09.09 Klettern in Kalkriese

Klettern im Hochseilgarten Kalkriese
oder „Ein bisschen Mut gehört schon dazu…“

Auch in diesem Jahr stand das Klettern im Hochseilgarten Kalkriese auf dem Plan des MTV Diepenau. Neugierig gemacht von den spannenden Berichten des vergangenen Jahres versuchten sich die Faustballer an dem Parcours in der Höhe.
Doch zunächst standen zwei wichtige ‚Aufwärmübungen’ an, die das Vertrauen der ganzen Gruppe zueinander erforderten. Man fand sich anfangs zu zweit zusammen und erhielt ein Rundholz, das an den Enden festgehalten wurde. Dann stellten sich alle Teilnehmer nebeneinander, so dass eine Art Brücke entstand. Einer nach dem Anderem überquerte die Hölzer. Der Gang über die Rundhölzer verdeutlichte uns, dass die Kombination aus Willensstärke und geschicktem Timing des Teams zu wesentlich mehr befähigen kann, als die individuelle körperliche Kraft eines jeden. Es war auch für die Jüngsten von uns kein Problem, die Großen sicher zu halten. Nach dem gelungenem Einstieg motivierte unsere Trainerin uns dazu, den nächsten Schritt zu wagen. Wir sollten nun einen Hindernispfad bestreiten. Die zwischen den Bäumen gespannten Seile in relativ geringer Höhe, und die auf die Gruppe wartenden Hindernisse in der Luft, waren ohne Absicherung eine Herausforderung, die Zusammenarbeit, Absprache und nicht zuletzt Balance erforderte. An einigen ‚kniffeligen’ Punkten des Weges war aber auch der Mut und die Initiative eines Einzelnen gefragt, der dann die gesamte Gruppe einen Schritt weiterbrachte.

Die zweite Aufgabe war geschafft. Mit etwas Stolz und der Erkenntnis, dass man sich ohne Probleme vertrauen kann, ging es jetzt endlich in den eigentlichen Hochseilgarten. Man fand sich in Teams mit drei bis vier Personen zusammen. Einer kletterte, einer sicherte am Sicherungs-Achter und ein weiterer mittels Prusik-Knoten – es konnte also nichts passieren! Nach anfänglicher Unsicherheit und der einen oder anderen Nachfrage („Habt ihr mich auch wirklich?“) meisterten die Teams die unterschiedlichen Kletterstationen.
Ein Highlight war sicher der sogenannte Pampers-Pole; ein hoher, frei stehender Pfahl, den man erklimmen musste, um dann mit weit geöffneten Armen, geschlossenen Augen und dem Herzenswunsch gen Himmel ins Leere zu springen. Ob wohl alle Wünsche in Erfüllung gegangen sind?

Nach einer kurzen Stärkung am Boden ging es weiter, unsere fragenden Gesichter sprachen Bände: „Das war noch nicht alles?“ Nein! Ein Programmpunkt fehlte schließlich noch. Der Sprung aus elf Metern wartete. Schon der anspruchsvolle Aufstieg bis zur Absprungplattform sorgte für weiche Knie. Mit einem Satz in die Tiefe und dem befreienden Schrei dazu hatte der freie Fall erst drei Meter vor dem Boden ein Ende.
Ein schöner, erlebnisreicher Tag näherte sich nach fünf Stunden Klettern dem Ende. Jeder von uns war seinen persönlichen Grenzen etwas näher gekommen und manche mussten auch darüber hinaus und sich überwinden. Mit gestärktem Selbstbewusstsein und dem schönen Gefühl, dass man sich auf sein Team verlassen kann, traten wir die Heimreise an.

Das Gefühl vom Fliegen und das Kribbeln vor und während des Sprungs sind nur schwer in Worte zu fassen – das muss man erlebt haben!