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Kann man seiner Mannschaft trauen? –
Oder wer sichert eigentlich wen?
 

Zum ersten Mal kletterten letzten Samstag ein paar Faustballer des MTV Diepenau im Hochseilgarten in Kalkriese. Insgesamt haben sich nur 13 Sportler dieser Herausforderung gestellt, aber sie wurden nicht enttäuscht.
Zu Beginn versuchte „Josch“ – unser Kletter-Trainer – uns zu einem Team zu formen. Dies war bei dem großen Altersunterschied der Teilnehmer, von 10 Jahre bis zum Rentenalter, gar nicht so einfach. Je zwei Teilnehmer bekamen ein Rundholz. Wir stellten uns nebeneinander auf, so dass die Hölzer eine Art Brücke bildeten. Diese Brücke überquerten zuerst die Kleinsten und Leichtesten und später auch Ältere. Und die Brücke hielt! Als zweite Aufgabe mussten wir ein sumpfiges Gelände auf einem Parcours überwinden. Sehr hoch waren die zwischen den Bäumen gespannten Seile oder andere Hindernisse zwar nicht, aber man musste schon eine gewisse Körperspannung aufbauen und sich gegenseitig unterstützen. Fiel jemand aus der Gruppe von einem Seil, so musste er für ein Teilstück eine Augenbinde tragen. Dies verlangte natürlich noch mehr Unterstützung von den „sehenden“ Teilnehmern. Am Ende des Parcours wurde schon deutlich, dass wir uns trotz der heterogenen Gruppe vertrauen konnten. Dann ging es endlich in den Hochseilgarten. Mindestens 3 Personen bildeten dort ein Team. Einer kletterte, einer sicherte am Sicherungs-Achter und einer sicherte mittels Prusik-Knoten. Diese Sicherung stellte sich als absolut zuverlässig heraus, trotz der Angst zu Beginn. Man musste nur noch den Baum z.B. mit Hilfe einer Strickleiter erklimmen und dann ein paar Meter auf einem zwischen den Bäumen gespannten Seil zurücklegen und konnten sich dann ganz in die Hände der Sicherungspersonen fallen lassen. Beim ersten Mal fiel das allen noch schwer, aber mit jeder weiteren Übung wuchs das Vertrauen in das Bodenpersonal, das sicherte.

Foto: Leonie kurz vor ihrem ersten Sprung

Bis zum Pampers-Pole: Einem senkrecht in den Himmel ragenden Baumstamm. Da stand man nun auf einem Baumstamm und sollte sich aus 6,50m Höhe einfach fallen lassen. Josch gab uns noch den Hinweis, wenn wir uns etwas wünschen und dann springen, erfüllt sich der Wunsch. Egal ob er das nur zur Motivation sagte, geholfen hat es. Fast alle die den Stamm hochkletterten, sind auch gesprungen. Und dieser Sprung ins Leere ist ein absolut irres Gefühl. Man kann erst wieder atmen, wenn man merkt, dass die Sicherungsleine greift und die anderen einen halten. Nach diesem Sprung mussten alle Teilnehmer erst einmal ihren Puls wieder runterfahren und wir machten eine kleine Pause. Eigentlich nur, um uns für die „Attraktion für Unerschrockene“ fit zu machen. Josch führte die älteren Teilnehmer in den nächsten, höheren Hochseilgarten. Die jüngeren Teilnehmer durften sich dagegen noch im Bewegungsparcours austoben. Die älteren mussten erst nach der neuen Aufgabe mit den Augen suchen, da sie doch ziemlich hoch in den Bäumen lag. Und bei der Höhe wurden manchen doch sehr mulmig. Zu Beginn mussten wir eine Leiter hoch, die am Baum aufgestellt war, dann eine Holzleiter und dann über mehrere Bretter auf das Sprungbrett. Nun war man in den Baumkronen der alten Eichen und Buchen angekommen. Gesichert wurde wir jetzt durch vier MTV’ler. Dennoch fing irgendetwas an zu wackeln – die eigenen Knie oder doch das Sprungbrett? Egal, man springt und … schwingt in einem weiten Bogen über den Köpfen der anderen und mancher Bäume. Manche schafften auch ein Salto in dieser Höhe. Unglaublich! Ein Sprung aus 11 m Höhe und das Team hält einen.
Und so können wir die Eingangsfrage nur bejahen: Ja, das Team sichert dich!

Foto: Elisa kurz vorm „Pendeln“

 

Foto: Elisa nach dem „Pendeln“

 

P.S.: Wenn dein Interesse geweckt wurde: Wir fahren nächstes Jahr im September wieder zum Klettern nach Kalkriese!